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Hütten & Alpen

Hütten & Alpen

Ist es nicht gut zu wissen, dass man beim Wandern in Damüls Faschina immer ein Ziel vor Augen haben kann, welches Sie mit einem frischen Glas Milch oder einem würzigen Bregenzerwälder Bergkäse empfängt?

Genießen Sie eine zünftige Älpler Jause auf einer der zahlreichen Hütten oder bewirtschafteten Alpen. Ein Erlebnis das einfach zum Sommerurlaub in den Bergen mit dazugehört.

Interaktive Karte Outdooractive

Im Gebiet um Damüls Faschina gibt es zahlreiche bewirtschaftete Hütten und Gasthäuser sowie bewirtschaftete Alpen. Ein Besuch der Alpen ist auf jeden Fall für Groß und Klein ein Muss! Die Alpen sind je nach Schneelage ab Anfang/Mitte Juni geöffnet und sind bis ca. Mitte September besetzt. Bitte informieren Sie sich über Details bzw. Öffnungszeiten rechtzeitig vor Ihrem Aufenhtalt.

In der Umgebung befinden sich auch einige Alpenvereins- sowie Schutzhütten. Details dazu finden Sie unter anderem auf der Seite des Österreicheischen Alpenvereins ÖAV.

Für Fragen stehen Ihnen natürlich auch gerne Ihre VermieterInnen oder die Mitarbeiter des Tourismusbüros zur Verfügung.

Bericht zur Alpe Oberdamüls

Für die Gäste ist die Alpe Oberdamüls (1679 Meter) ein Idyll. Ob auf kürzestem Weg vom Hotel Alpenstern oder etwas länger über die Siebenhügel gewandert – das Ziel ist romantisch gelegen und lockt mit eigener Sennerei, vielen Tieren und zünftiger Jause. Besucher genießen den Duft von Alpenrosen und wildem Schnittlauch, das prächtige Panorama und die kulinarische Rast mit Käse, Frischkäsle, Speck, Milch und Butterbrot. Für Anja und German Nigsch hingegen ist die Alpe ein Sehnsuchtsort der arbeitsintensiven Art. 2003 ging der Traum von German, einem Holzer und Anja, die in einer Bank tätig war, in Erfüllung: sie pachteten die Alpe Oberdamüls wo sie seither jeden Alpsommer verbringen. Zu Sommerbeginn geht es mit LKW, Traktor und den gesamten Tieren hinauf. Dort startet das Alpleben ohne Fernsehapparat, aber mit viel Natur für ihre Kinder Julius, Ida und Ramona. Gemeinsam mit einem Hirten, einem Kleinhirten und einer weiblichen Hilfskraft für die Gäste bewirtschaften die Nigschs die 375 Hektar umfassende Alpe. Es gilt täglich 32 Milchkühe zu füttern und zu melken, Käse und Butter herzustellen, die Rinderweiden zu pflegen, 15 Alpschweine, sieben Hühner und die Katze Faiger zu betreuen und täglich in der kleinen Alpwirtschaft aufzutischen.

Frühes Tagwerk
Sieben Tage die Woche, 90 bis 100 Alpsommertage lang steht German um 5 Uhr früh auf und bereitet in der Sennerei alles vor. Die Kühe fressen hier viele Bergkräuter und werden zweimal täglich gemolken. Die Milch des Abends wird im Kessel gesammelt und abgekühlt. Über Nacht setzt sich der Rahm ab, der am Morgen abgeschöpft und zur wohlschmeckenden Alpbutter verarbeitet wird. Wenige Stunden später kommt die Milch vom Frühmelken hinzu und German beginnt nach dem Frühstück mit dem Sennen. Anja hat dieses für alle Helfer gerichtet und Vorplatz und Gaststube für Gäste vorbereitet. Die ersten Wanderer kommen bereits am Vormittag, vor allem Freitags, wenn im Juli und August die Sennereibesichtigung stattfindet. Da blickt man German beim Sennen über die Schulter, nimmt eine Käsekostprobe und macht sich gestärkt weiter aufs Portla Horn.

Die Kinder spielen draußen mit Schaukel, Rutsche, Sandkasten und Traktor. Manchmal suchen sie mit der „Kindsmagd“ den kleinen, kühlen Stofelsee samt Grillplatz auf. Anja kümmert sich derweil um Küche und Gäste, die Männer besorgen die Hofarbeit und das Abzäunen der 170 Tiere umfassenden Rinderherde. German hat nachgerechnet: „35 Kilometer Zaun produziere ich pro Sommer!“ Sanftes Bimmeln und schwerer Glockenklang kündet vom Standort der Rinder. Täglich zählt der Hirte die Herde durch. „Sitzt ein Tier hinter Stauden oder duckt sich im spätsommerlichen Nebel, wäre es ohne Glocke um den Hals viel schwerer auszumachen“, erklärt Anja.

Vom Alpenkräuterduft umweht
Während Besucher die gute Alpenluft genießen und bei einer Brettljause verweilen, geht die Arbeit für die Älpler weiter. Die Männer verrichten um 18 Uhr wieder Stallarbeit, die Frauen räumen auf und vakuumieren Käse, um ihn für den Verkauf herzurichten. Angenehme Temperaturen herrschen da oben, wenn im Tal die Sommerhitze dampft. Einmal wöchentlich besorgt Anja den Großeinkauf. Abends, nach dem letzten Melken und dem gemeinsamen „Brend“ breitet sich Ruhe aus. Wenn das Vieh versorgt ist und alle Gäste wieder in ihren Hotels sind, strecken die Älpler ihre Beine aus. Und manchmal wird im Internet „Vorarlberg heute“ in der TV-Thek nachgeschaut, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Bekränzt hinab ins Tal
Bereits Mitte August trifft Anja die Vorbereitungen für den Alpabtrieb und bastelt Edelweiß aus Krepp um es später zusammen mit Alpenblumen, Alpenrosenblättern, Heidelbeerstauden, Wacholder und Erika zu Kränzen zu binden. Auch die Hüte der Hirten werden mit Nelken, Alpenblumen und Rosmarin besteckt. Wenn alles ausgeräumt und geschrubbt ist und sich Anfang September der prächtig geschmückte Zug hinab ins Tal begibt, sorgen die Nigschs mit ihren Helfern ein letztes Mal für Begeisterung. Bis zum nächsten Alpsommer – man sieht sich!

Bericht: Andrea Fritz-Pinggera

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