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Kirche St. Nikolaus, Damüls

Kirche St. Nikolaus, Damüls

Wieso weit gehen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Die Pfarrkirche St. Nikolaus von Damüls zählt mit ihren spätmittelalterlichen Wandmalereien, ihrer figuralen Ausstattung und ihrer solitären Lage auf dem Kirchhenügel zu den Highlights der Vorarlberger Kunstgeschichte. In den letzten Jahren erfolgte nach eingehenden Untersuchungen die Sanierung und Konservierung des bekannten Gotteshauses.

Damüls ist 1313 von den Wallisern besiedelt worden, vermutlich bestand bereits damals ein kleines Gotteshaus auf der Uga- oder Brandalpe. Der Bereich gehörte im Mittelalter zu den Jagdgebieten der Grafen von Montfort, 1392 erwähnt Rudolf von Montfort in einer Urkunde, dass die „Vordern die Kirche gebuwen han“. Geweiht ist sie dem Hl. Nikolaus und ein Altar der Hl. Maria.

Überliefert werden drei Vorgängerbauten der jetzigen Kirche, deren Bauinschrift im Chorgewölbe „1484 roll maiger von roetis maister disbus“ erhalten ist. Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes  im Sommer 2005 konnten die Fundamente der urkundlich erwähnten romanischen Vorgängerkirche nachweisen. Diese war, wie sich herausstellte, als Saalkirche konzipiert. Es ergaben sich jedoch auch zahlreiche Befunde, die mit dem heute bestehenden Bau zusammenhängen.

Der gotische Chor wurde 1481 fertig, das Langhaus folgte 1490, 1494 wurde der Turm verstärkt und erhöht, 1728-29 die Sakristei angebaut. Eine Barockisierung der Ausstattung erfolgte 1630 mit Altären, deren Figuren Erasmus Kern zuzuschreiben sind (der Sebastians- und Marienaltar sind noch erhalten). 1693 bereits erneuerte man lt. Inschrift die Holzkassettendecke im Langhaus, 1733 wurde die Kirche neuerlich ausgemalt und dabei verdeckte man die bis dahin sichtbaren Seccomalereien der Spätgotik. Außer üblicher Instandhaltungsmaßnahmen veränderte man bis 1870 wenig. Trotz der exponierten Lage des Gotteshauses am Hügelrücken gab es stets Feuchteschäden, daher setzte man den Fußboden einfach höher und verlegte einfache Betonplatten.

Nach 1898 wurden die drei Altarmensen „erneuert“, die jedoch, wie die Untersuchungen ergaben, lediglich nach vorne verbreitert worden sind. 1906 stellte man einen neugotischen Hochaltar auf, dessen Mittelpunkt die prächtige Marienkrönungsgruppe von 1500 bildete. Wie aus der Aktenlage und dem Schriftverkehr mit der k. und k. Zentralkommission in Wien hervorgeht, hat man zu dieser Zeit die als weniger wertvoll bezeichneten Figuren und Bilder verkauft. So gelangten Teile eines spätgotischen Altares in ein Berliner Museum.

Besonders reichhaltig ist der Bilderschmuck an den Wänden, der an der N-Seite in Form einer geschlossenen Bilderwand den Passionszyklus zeigt. Die Triumphbogenwand zeigt ein Jüngstes Gericht und im obersten Bildstreifen die Apostelreihe mit mittig thronendem Christus in der Mandorla. Die Darstellung des Jüngsten Gerichtes nimmt sicherlich Bezug auf die von den Grafen von Montfort manifestierte Obere Gerichtsbarkeit, die bis 1807 bestand.

Die Kirche auf der interaktiven Karte.

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